Lernen im Kinosessel
Ausflug mit den Abschlussklassen zu den Schulkinowochen
Die Abschlussklassen des Kolping-Berufskollegs Paderborn nahmen für ihren „Unterricht“ im Cineplex Paderborn Platz. Auf der Leinwand verfolgten die Schüler*innen die „Holocausttour" zweier jüdischer Cousins durch Polen in Gedenken an ihre verstorbene Oma. Die Tragikomödie „A Real Pain“ war Teil der Angebotspalette der Schulkinowochen NRW. „Ein gewinnbringender Exkurs“, sagt Politiklehrerin Jacqueline Wolter, die den Ausflug zum außerschulischen Lernort zusammen mit Deutschlehrerin Juliet Hardes organisiert hatte.
Lernen außerhalb der Schule ist nicht nur ein willkommener Tapetenwechsel, sondern das „Erlebnis Kino“ bot auch die Gelegenheit, gemeinschaftlich etwas zu unternehmen – in einem ganz besonderen Ambiente. Zudem eine Besonderheit für die Schüler*innen, die noch nie oder selten die Möglichkeit hatten ins Kino zu gehen. Beeindruckt waren die beiden Lehrerinnen, wie sehr sich die Schüler*innen von dem Geschehen auf der Leinwand haben fesseln lassen. Was den Filmgenuss erleichterte: Die Charaktere sprechen im Film langsam und in klarer, leicht verständlicher Sprache. Fremdwörter und der Plot wurden im Unterricht bereits in der Vorbereitung auf das Filmerlebnis erarbeitet. Dabei griffen auch die Klassenlehrer*innen Sabine Ipsen-Peitzmeier, Nicolas Trompeter, Elisa Leyk, Natascha Sauerland und Ina Petzold mit ins Rad.
Den Blick richteten die Lehrerinnen in der Nachbereitung auf die Themenfelder Empathie, den Umgang mit Gefühlen und Standpunkten sowie das Verhalten der Charaktere. „Wir möchten bei den Schüler*innen Verständnis für andere wecken und die Augen dafür öffnen, sich in Situationen besser in seine Mitmenschen einzufühlen“, erklärt die Politiklehrerin Jacqueline Wolter. Interessante Fragestellungen für die Schülerschaft, die künftig in der Ausbildung und im Berufsleben diesen Aspekten begegnen wird, waren auch: Wie nimmt man etwas wahr? Wie wird man selbst wahrgenommen? „Wichtig ist, dass ein Film einen Bezug zum Lernen herstellt“, freut sich die Politiklehrerin über den inhaltlichen Mehrwert des Kinoerlebnisses.

